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Alle meine Hunde!

 

Hier möchte ich Berichte, Geschichten und Artikel über unsere Kötis, die ich irgendwann und irgendwo (Foren, regionale Zeitung, Kurmagazin) veröffentlich habe. Auch sie stellen für mich eine wertvolle Erinnerung an meine geliebten Vierbeiner dar.

 

 

 Ricco, der Dobermann, der weder „Wanderpokal“ noch Hütehund sein wollte

 


 

 
Ehe ich in die Donauebene zog, kümmerte ich mich bei meinem damaligen Tierschutzverein ehrenamtlich um die Hunde im Tierheim und sammelte Fundtiere ein.
An einem Nachmittag bekam ich wieder einmal einen Anruf von der Polizei: „In W. ist ein Rottweiler zugelaufen. Der hatte „so ein Batterie-Halsband“ um, aber das hab ich ihm schon abgenommen. Bitte kümmern Sie sich bald um ihn, er scheint nicht gesund zu sein!“
An dem genannten Ort kauerte auf einem Polster, das ihm die fürsorglichen Finder untergeschoben hatten, ein graues, ganz von Schuppen übersätes Etwas aus Haut und Knochen. Es war allerdings kein Rottweiler, sondern ein Dobermann.
Die Finder erzählten, dass am Tag vorher ein Schäfer mit seiner Herde in der Gegend gewesen war, und sie stellten die Vermutung an, der Findling könnte ihm entwischt sein.
Diese Vorstellung – ein Dobermann als Hütehund bei einem Schäfer, abgerichtet mit einem Teletakt-Gerät (Anmerkung: die Verwendung dieser „Erziehungshilfe“ ist in der Zwischenzeit für Laien verboten!) – erschien mir in diesem Augenblick jedoch grotesk!
 
Als ich den Hund vorsichtig zu Auto führte, keuchte und röchelte er und folgte mir wie eine Marionette. Im Tierheim, wo schon eine Einzelbox mit Futter und Wasser vorbereitet war, kaute Ricco, wie ich ihn auf der Fahrt „getauft“ hatte, nur lustlos auf ein paar Futterbrocken herum und legte sich dann auf sein Lager. Die etwa halbstündige Fahrt hatte ihn offensichtlich sehr angestrengt! 

Gleich am nächsten Tag kam Ricco stationär in tierärztliche Behandlung. Da wurde neben der nicht zu übersehenden Unterernährung eine Brustfellentzündung diagnostiziert und eine schlecht verheilte Wunde am Oberschenkel festgestellt, die möglicherweise von einer brennenden Zigarre stammte. – Außerdem waren die Fangzähne abgeschliffen, so dass jeder Biss Schmerzen bereiten musste.
Als Halter des Dobermanns ermittelten wir tatsächlich jenen Schäfer, wie der Finder vermutet hatte!
Ehe wir uns versahen, stand der auch vor der Tür des Tierheims und verlangte seinen Hund zurück! Wohl oder übel mussten wir ihm sagen, dass das Tier in stationärer ärztlicher Behandlung war. Es gelang uns gerade noch, unsere Tierärztin telefonisch vorzuwarnen, als der Schäfer auch schon bei ihr in die Küche (!) polterte und die Herausgabe seines Hundes verlangte. Erst nachdem ihm die Ärztin mit dem Veterinärsamt drohte, wenn er die Behandlung des Tieres nicht fortführen lasse, steckte er zurück. Als er dann noch erfuhr, was die gesamte Aktion – Einfangen des Hundes, Transport ins Tierheim, Aufenthalt im Tierheim, Tierarzt, stationärer Aufenthalt – kosten sollte, und er erkannte, dass ihm auch noch eine Anzeige ins Haus stand , übereignete er „den Köter, der ja gar nicht so viel wert ist“ dem Tierheim.  

In der Zwischenzeit war auch die Polizei nicht untätig gewesen und hatte die diversen Vorbesitzer des Dobermanns ausfindig gemacht: Ein „Hundefreund“ hatte den etwa acht Wochen alten Welpen bei einem Züchter erstanden und wollte möglicherweise selbst züchten. Er verkaufte allerdings kurze Zeit später den Junghund an einen Geschäftsmann, der in als Schutzhund für die Partnerin ausbilden wollte. Die Partnerschaft zerbrach, der Hund blieb sich selbst überlassen und wurde auf einen Reiterhof „verscherbelt“, als er aus Langeweile anfing, Haus und Garten nach seinen eigenen Vorstellungen umzugestalten. Aber auch auf diesem Hof hatte man offensichtlich keine Zeit, sich mit ihm zu beschäftigen und so vertrieb er Langeweile und Bewegungsdrang damit, Katzen zu jagen und zu wildern.
Jetzt übernahm ihn der Schäfer! Ein noch nicht ganz ausgewachsener Dobermann, nicht erzogen, kaum Bindung an den Menschen, Wilderer, sollte Hütehund werden! Auf so einen Irrsinn kann nur ein Mensch kommen!  

Der Tierheim-Aufenthalt zermürbte Ricco allerdings endgültig: Er bekam einen „Zwingerkoller“ und fiel einen Pfleger an, der gerade bei ihm sauber machen wollte. Die Tatsache, dass er gerade mit dem Wasserschlauch hantierte, bewahrte den jungen Mann vor körperlichen Schäden. Aber Ricco’s Los schien besiegelt, er sollte eingeschläfert werden, denn der Tierheimleiter wollte und konnte die Verantwortung für eine Vermittlung nicht übernehmen.
Da mir der Hund während der Zeit seines Aufenthaltes ans Herz gewachsen war, erklärte ich mich spontan dazu bereit, Ricco zum Tierarzt zu bringen. Das sollte mein letzter „Liebesdienst“ für ihn sein, er sollte in meinen Armen einschlafen dürfen.
 

Als ich zu seinem Zwinger kam - eine Freundin wollte mir zur Sicherheit „Wasserschutz“ geben – lief der Dobermann wie ein Tiger im Käfig am Gitter hin und her und erkannte mich anfangs nicht. Aber nur ein leises „Ricco, was hast Du nur getan“ genügte: Der stattliche Hund fiel mit einem Schrei in sich zusammen, und ich konnte zu ihm in den Zwinger gehen.
Dort lehnte sich dann ein Bündelchen Elend gegen meine Beine. ..........................................
  

 

Mein großer, geliebter, schwarzer Stinkebär lebt jetzt seit 11 Jahren bei und mit uns und unseren anderen Hunden in der Familie. Und der Sohn, der androhte, er würde umgehend das Haus verlassen, „wenn Mutter den Hund mitbringt“, ist auch erst 7 Jahre später zwecks Studium ausgezogen!

  
 
 
Ricco war zwar noch etliche Jahre ängstlich und vorsichtig bei Fremden, aber niemals aggressiv. Er ist ein wunderbarer Hund, ein stattlicher Dobermann, mein Dobermann! 
 
Ach ja, habe ich eigentlich erwähnt, dass ich vor Jahren immer gesagt habe, dass ich mit der Rasse Dobermann so ganz und gar nichts anfangen kann? - Hab’ ich das wirklich gesagt?
 
Ganz zum Schluss noch eine Anmerkung: Auch ich hatte damals – vor 11 Jahren – zugestimmt, dass Ricco eingeschläfert werden sollte, denn ich war mit der Tierheimleitung, dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins und der zuständigen Tierärztin einer Meinung, dass ein Hund – und noch dazu ein großer -, der im Tierheim scheinbar grundlos auffällig wurde und einen Menschen biss, eine lebende Zeitbombe ist. Den wirklich passenden Menschen für eine Vermittlung zu finden ist schwer, wenn nicht unmöglich. Und die körperliche Unversehrtheit des Menschen stand – und steht immer noch – für mich an erster Stelle!
Als ich Ricco trotzdem bei mir aufnahm, tat ich das, weil ich ihn einige Wochen vorher schon ein paar Tage zum Aufpäppeln in meiner kleinen privaten Auffangstation gehabt hatte und ihn damals recht gut kennen lernen konnte. Außerdem hatte ich allen Beteiligen versprechen müssen, bei der geringsten Auffälligkeit den letzten Weg mit ihm zu gehen.
 
 
 

 

 

Tierschutz kann auch Freu(n)de machen!

          „Fritzi-kennt-nix-kann-nix“ 

               Oder: Vom Kettenhund zum Bettenhund  

Was tut ein Tierschutzverein, wenn ihm ein Kettenhund angeboten wird, der nur die „kleine Macke“ hat, Angstbeißer zu sein, das heißt, dass er sich schon einmal gegen einen Befreiungsversuch erfolgreich mit den Zähnen wehrte? – Er, der Verein (oder sie, die Vorsitzende dieses Vereins) sucht sich ein williges Mitglied mit dicker Haut, nennt dies beschönigend „Hundeverstand“ und schickt dasselbe – nämlich mich – mit guten Wünschen los.
Da mir aber meine dicke Haut unversehrt am liebsten ist, bewaffnete ich mich an jenem kalten Januartag mit meinen dicksten Handschuhen, „Bestecherlis“ und – für alle Fälle – auch noch Maulkörben verschiedener Größe und einer Beruhigungspaste. Seelischen und eventuell „handgreiflichen“ Beistand sollte mir eine Freundin – auch mit Hundeverstand – leisten.

Der Hund entpuppte sich als siebenjähriges, knapp kniehohes Mischlingsweibchen, schwarz mit weißem Band von der Stirn über Schnauze und Kehle bis zur Brust. Weiß waren auch die Fuß- und Schwanzspitze. Vielleicht hatte unter ihren Vorfahren einmal ein Bordercollie mitgemischt.
Wie es sich für einen Kettenhund gehört, kläffte uns die kleine „Trixie“  erst einmal an, wurde aber von ihrer Noch-Eigentümerin recht schnell zur Ruhe gebracht.

Nun näherte ich mich ihr vorsichtig so weit, dass sie bei völlig „ausgefahrener“ Kette gerade die Fingerspitzen meiner ausgestreckten Hand beschnuppern konnte. Als ich erkannte, dass sie sich ohne jegliche Aggression für mich interessierte, erzählte ich leise von meiner Absicht, sie mit mir zu nehmen, setzte mich dabei auf den nächsten Gegenstand im Bereich ihrer Kette und kramte in meiner „Wundertüte“. Die Hündin beobachtete mich in gespannter Erwartung und nahm dann ganz vorsichtig die kleinen Stückchen getrockneter Lunge, die ich für die vorbereitet hatte, aus meinen Fingern. Jetzt ging alles ganz schnell: Während ich mir von der jungen Frau einen Übereignungsvertrag unterschreiben ließ, löste meine Freundin das Hunde-Mädl von der Kette, streifte Halsband und Leine über und ging schon einmal mit ihm in Richtung Auto. Mit nur wenig Nachhilfe hopste Trixie hinter ihr hinein. – Nach nur wenigen Kilometern Fahrt sah ich mit Erstaunen im Rückspiegel, dass sich die Hündin den Platz neben meiner Freundin auf der Rückbank bzw. auf deren Schoß erobert hatte. 

Da Trixie „eigentlich“ vermittelt werden sollte, hatten wir beschlossen, die Hündin vorübergehend in einem Zwinger meiner kleinen privaten Auffangstation unterzubringen. Dies erwies sich als gute Entscheidung, denn meine eigenen Kötis waren gar nicht erfreut über den Neuzugang, und Trixie kläffte auch erst einmal eifrig gegen die ihr fremden Hunde an. Es dauerte aber nicht lange bis sie sich in ihre Hütte auf das dicke Polster mit der flauschigen Decke zurückzog.
Ehe wir die Hündin vermitteln konnten, musste sie allerdings noch geimpft und kastriert werden. Zwischenzeitlich setzte ich eine Anzeige in die Zeitung „7 Jahre an der Kette sind genug .....“ und auch im regionalen Fernsehen stellte ich das Mädl vor. Die Resonanz war ernüchternd: Niemand interessierte sich für Trixie! 

 

Jetzt aber rückte der Termin für die Kastration näher und mir stand die Gänsehaut auf bei dem Gedanken, die Hündin mit einem Trichter über dem Kopf nach der Operation wieder in den Zwinger sperren zu müssen. - Gerade ich, die ich so stolz darüber war, dass keiner meiner eigenen Hunde jemals einen Trichter nach einer OP gebraucht hatte! – Deshalb packte ich „den Stier bei den Hörnern“, das heißt Trixie in die Badewanne. Danach nahm ich sie an die Leine, um sie meinen eigenen Kötis im Haus vorzustellen. Und das, was ich am wenigsten erwartet hatte, passierte: Die Hunde kümmerten sich überhaupt nicht umeinander! Die Meinen waren allerdings auch schon Kummer gewöhnt, und Trixie war damit beschäftigt, die neuen Örtlichkeiten zu untersuchen – und zu markieren.

Nun war aber auch höchste Zeit, die Hündin umzutaufen, eine Trixie lebte schon im Haus, nämlich meine kleine Pudelin. So bekam – ganz auf die Schnelle – die „Neue“ den Namen Fritzi (wegen des ähnlichen Klangs!) 

Das alles liegt jetzt schon einige Zeit zurück, und Fritzi lebt immer noch als Familienmitglied bei uns. Bei der Kastration zeigte sich nämlich, dass Fritzi Krebs hat, der offensichtlich auch schon streute. Der größte Knoten wurde entfernt, aber ....... Weiter mag ich im Augenblick nicht denken, denn „meine IGT-Fritzi“ ist ein ganz lieber Schatz geworden. Es gab zwar einige Eingliederungsprobleme (kennt-nix-kann-nix) und manchmal spielt sie den größenwahnsinnigen Treibauf, Sekunden später will sie nur schmusen, und die allabendlichen Kuschelrunden im Bett vor dem Fernseher genießen wir beide offensichtlich gleichermaßen. Ob das kleine Weiberl wirklich für mich „vorbestimmt“ war? – Ich wollte doch auf keinen Fall noch einen weiteren schwarzen Hund! 

Wir haben den Kampf gegen den Krebs verloren! Fritzi ging Mitte November über die „Regenbogenbrücke“ – auf ihrem Lieblingssofa in unserem Wohnzimmer, einbettet zwischen mir und dem Tierarzt, den sie sehr liebte. 

Tschüß meine Kleine, Du warst für mich ein ganz besonderer Hund! Ich vermisse Dich sehr!

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                Luna,

mein 6er im Lotto – mit Zusatzzahl

 

Kennen gelernt hab’ ich Luna, ein damals ca. 10-jähriges Dobermannmix-Weiberl, bei meiner Freundin. Aber was heißt hier kennen gelernt? Die Hündin drückte sich meistens in ihren Korb, wenn man an ihr vorbei ging, und ich getraute mich nicht, sie anzusprechen, da ich befürchtete, sie könnte vor lauter Angst ein Nervenkasperl bekommen. Nur selten folgte sie uns mit eingezogenem Schwanz, wenn wir uns auf dem Hof aufhielten oder zu den Pferden gingen.

Als ich meine Freundin darauf ansprach, erwiderte sie nur lapidar:  „Das ist halt Luna, sie war schon immer so, und wird sich auch nicht mehr ändern.“  Meine Freundin hatte die Welpe zusammen mit zwei Geschwistern einem Alkoholiker abgenommen, und Luna, die ängstlichste des Trios, selbst behalten. Luna wurde bei ihr zum „Mitläufer-Hund“: sie war immer „irgendwie“ dabei, wenn auch „auf Abstand“, ein Hund, dessen einziges Bestreben war, nicht aufzufallen, immer brav und folgsam zu sein.

Ich interessierte mich nicht weiter für die Hündin, denn sie war schon von Aussehen her so ganz und gar nicht mein Typ. Ich mag halt lieber die Wuschelhunde, am liebsten mit einem verwegenen Schnurbart; meine Lieblingsrasse war jahrzehntelang der Airdaleterrier! Allerdings durfte ich mir nur ganz selten in meinem Leben selbst einen Hund aussuchen, meistens wurde ich von den Vierbeinern adoptiert.

Als ich öfters bei meiner Freundin war, fiel mir auf, dass Luna immer häufiger heimlich, still und leise unter dem Tisch zu mir kam, mich anstupste und ihren Kopf dann ganz fest in meine vorsichtig streichelnde Hand drückte. Was war denn das?

Ich sprach meine Freundin darauf an und staunte nicht schlecht, als diese meinte „Luna will auswandern, der gefällt es nicht mehr bei uns.“

Was war geschehen? 

Meine Freundin hatte innerhalb eines Jahres zwei junge, sehr lebhafte „Notfall-Dobermänner“ bei sich aufgenommen, und mit deren ausgelassenen und oft wilden Spielen kam die alte Dame nicht mehr zurecht. Zeitgleich ging es ihrem großen Vorbild und ihrer Beschützerin, einer alten Doggenmix-Hündin nicht sehr gut, sie konnte sich nicht mehr an ihr orientieren und „festhalten“. Also lag Luna nur noch in ihrem Korb und knurrte, wenn das Jungvolk in ihre Nähe kam. Auch zu ihren Menschen ging sie nur noch, wenn die „jungen Wilden“ ausgesperrt wurden.

Sollte ich mich wieder adoptieren lassen? Wieder von einem Hund, der mir auf Anhieb so gar nicht zusagte? Ich wollte mir doch noch einmal in meinem Leben den Luxus leisten, in ein Tierheim zu gehen und mir dort einen Hund nach meinem Geschmack auszusuchen. Und wenn ich in dem ersten Heim nicht fündig wurde, dann konnte ich noch in einem zweiten oder einem dritten suchen .....

Luna zog schon bald „mit Rückfahrschein“ (falls er ihr in unserem Seniorenheim nicht gefällt) in der Kupfermühle ein. Sie war zwar zuerst so gar nicht angetan, dass da auch so ein großer „Doofi“ lebte, merkte aber sehr schnell, dass der alte Opi genauso seine Ruhe wollte wie sie, und brauchte genau einen Abend und eine Nacht bis sie sich mit ihrem Umzug abgefunden hatte.

Ich hatte auch keine großen Probleme, mich auf ihr Wesen einzustellen, denn sie glich sehr unserer Attila, die etwa 2 Jahre vorher über die Regenbogenbrücke gegangen war: Sie wollte nicht auffallen, alles recht machen, war sauber, ruhig, fiel überhaupt nicht auf. Schon beim ersten gemeinsamen Spaziergang lief sie ohne Leine mit und wich keinen Schritt von unserer Seite. Im Gegenteil: Immer wieder wanderte ihr Blick zu uns „Ist es gut so, seid Ihr zufrieden mit mir?“

Bei Hunde-Begegnungen war sie anfangs noch sehr unsicher, stellte sehr schnell „die Bürste“ und knurrte schon einmal prophylaktisch. Da sie sich aber auch da - wie fast überall - sehr an Irma orientierte, stellte sich auch bei ihr mit der Zeit eine gewisse Gelassenheit ein. Sie muss zwar nicht unbedingt andere Vierbeiner in ihrer Nähe haben, duldet sie aber im Allgemeinen – wenn der/die andere nicht zu aufdringlich ist.

Die große Feuerprobe hatten wir etwa 6 Wochen, nachdem Luna bei uns eingezogen war: Wir trafen ihr Ex-Fraule bei einer Sitzung in einem Gasthaus. Luna begrüßte sie etwas verwirrt, wich aber dann für den Rest des Abends nicht mehr von meiner Seite. Als wir dann zu unseren Autos gingen, zögerte das Weiberl etwas unsicher, aber auf mein „na, was ist, kommste mit?“ sprang sie sofort zu Irma in meinen fahrbaren Untersatz. In der Zwischenzeit geht sie völlig souverän mit der Situation um: sie verteilt ihre Gunst auf ihr Ex-Fraule und mich, zeigt aber deutlich wo sie hingehört. – Auch wenn meine Freundin mit Familie uns besucht, versteckt sie sich nicht mehr unsicher ein Stockwerk höher auf ihrem Polster. Nein, sie bleibt im Zentrum des Geschehens und begleitet den Besuch beim Abschied sogar bis zur Türe.

In meiner Luna sind für mich drei meiner Hunde vereinigt: die sanfte Attila mit ihrem starken Wunsch, nur zu gefallen, nichts falsch zu machen, die freche, anschmiegsame, lebenslustige und –durstige Fritzi (wenn mich Luna am Vormittag immer wieder vorsichtig am Arm packt, weil ich zu lange am Computer sitze, derweil sie verhungern muss, oder wenn sie sich beim Fernsehen an mich drückt) und der stur-sensible Dobermann Ricco ...... mein Herzpinkerl, das mich auch schon vor etlichen Monaten verlassen hat.

Ja, Luna ist in dem Jahr, seit sie bei uns lebt, für mich tatsächlich der Hund schlechthin geworden: mein Schatz, mein Seelentröster, manchmal sogar mein Clown, meine Nervensäge, - mein 6er im Lotto. 

Und ihr Ex-Fraule stöhnt heute: „10 Jahre habe ich den Hund erzogen, Du hast nicht einmal ein halbes Jahr gebraucht, um ihn zu verziehen. Komm mir nur nicht mehr mit der Rückfahrkarte!“ Aber die haben wir schon vor langer Zeit in den Reißwolf gesteckt!

 

 

 

 

 

 

Attila

Ein Schäfermix aus dem - für Hunde nicht immer so - sonnigen Süden    


Die Attila kam mit einem Transport junger, lustiger, hauptsächlich kleinwüchsiger Hunde aus einem Tierheim in Malaga zu "uns" ins Tierheim. Bei ihrem Impfpass fanden wir einen Zettel mit folgender Beschreibung: "Raya" (= die aus dem Paradies) ist eine kleinwüchsige Schäfermischlingshündin. Sie ist anfangs ziemlich scheu, aber trotzdem sehr lieb, verspielt und neugierig, wenn sie einmal Vertrauen gefasst hat. Mit anderen Hunden verträgt sie sich gut. Sie lässt sich anfangs nur am Kopf streicheln (damit sie die Hand immer im Blickfeld hat, sie ist vermutlich geschlagen worden).
Wenn sie sich freut, schleckt sie denjenigen ausgiebig ab, der ihr gerade über den Weg läuft. Zur Eingewöhnung sollte man darauf achten, Raya nicht allzu großem Lärm auszusetzen (z.B. nicht an viel befahrenen Straßen spazieren gehen).

 


Das Mädel war tatsächlich sehr lieb und freundlich, aber so ängstlich und schreckhaft, dass wir Probleme mit der Vermittlung
hatten. Wir gaben sie daher einem alten Herrn, dessen Schäferhund Attila einige Tage vorher gestorben war, und der unbedingt wieder einen großen Hund wollte. Allerdings machten wir zur Bedingung, dass er die Hündin mir überlassen müsse, wenn er nicht mehr in der Lage ist, sie selbst zu versorgen. - Ich hatte den Herrn nämlich einige Monate vorher über seinen damaligen Hund kennen gelernt und seitdem losen Kontakt. So konnte die Hündin sich auch an mich gewöhnen, und es bestand nicht die Gefahr, dass sie wieder in fremde Hände kommt.

Herr Dr. N. konnte oder wollte sich nicht an den Namen Raya gewöhnen und rief sie daher wie den verstorbenen Rüden Attila. Schon nach einem Jahr konnte sich Herr N. nicht mehr selbst versorgen, zog in ein Seniorenheim, in dem Hunde nicht erlaubt waren und Attila kam nach einigen "Irrungen und Wirrungen" in unsere Familie. Ihre Ängstlichkeit hatte sich kaum gebessert, da sie in dem vergangenen Jahr so gut wie keinen Kontakt zur Außenwelt gehabt hatte.

In der Zwischenzeit war sie etwa drei Jahre alt, noch nicht zu alt, um sich noch einmal umzugewöhnen, wenn auch die ersten Wochen mit Sicherheit nicht leicht für sie waren: Eine quirlige Familie mit drei halbwüchsigen Söhnen und sieben (!) anderen Hunden.

In der Rückschau kann ich sagen, dass die kleine Spanierin ein eigenwilliger Hund war und blieb. Selbst nach Jahren in unserer Familie war sie zeitweise noch sehr zurückhaltend uns Zweibeinern gegenüber. Sie suchte zwar unsere Nähe, aber doch "auf Distanz". Und sie verhielt sich beinahe wie eine Katze: Sie holte sich ihre Streicheleinheiten, wenn SIE wollte. Da konnte es vorkommen, dass sie auf dem Sofa schlief, und auf die Aufforderung "na komm doch einmal her zu mir!" aufstand und ein Stockwerk höher verschwand.

Andererseits kam sie morgens begeistert zu mir ins Zimmer, sprang in mein Bett, kniff mich und leckte mich ab, wo immer sie mich auch erwischte. Wenn ich kochte, saß sie bei mir in der Küche; aber wehe ein Deckel klapperte, ein Papier raschelte! Dann sprang sie auf und ergriff mit eingeklemmten Schwanz die Flucht. (Möglicherweise stimmte die Geschichte doch, dass man sie am Strand gefunden hatte mit einer größeren Zahl neugeborener, allerdings schon toter Welpen und einer Kette von Dosen, die an ihrem Schwanz angebunden waren.)

 

                                

Mit den anderen Hunden vertrug sie sich super, auch mit dem Mädels. Mit Ricco war Toben angesagt, mit Trixie Ringelpietz mit Kneifen, von Micky-Maus ließ sie sich den Hof machen. Spazierengehen musste nicht sein, da konnte es schon passieren, dass man die Leine löste und das Weiberl auf der Ferse kehrt machte und wieder heim lief. Ich denke heute noch mit Entsetzen daran, wie sie sich auf einer Brücke durch eine Schafherde "wuzelte"! Oder aber sie lief neben ihrem Zweibeiner her und ließ kein Auge von ihm. (Jeder Hundeschulbesucher musste neidisch werden!) Was Ricco nicht gelang - Irma schaffte es Jahre später: Mit ihr tobte sie ausgelassen über Wiesen und Felder. Leider war ihr da nicht mehr allzu viel Zeit gegönnt. Wir mussten sie etwa 2 ½ Jahre nach Irmas Einzug über die Regenbogenbrücke ziehen lassen.

 

 

 

 Der Spitz   

                                                                                                        Dickkopf mit Herz
  

Und noch mal ein großes "Dafür",  einem Hund aus zweiter Hand ein liebevolles Zuhause zu schenken. Micky Maus ... ein Spitz, wie er nicht unbedingt im Buche steht.

„Ein Spitz ist misstrauisch gegenüber Fremden, Schmeicheleien fruchten nicht, er ist leicht zu erziehen, ein Wachhund, der gerne als Kläffer bezeichnet wird, er streunt nie!“ Diese Eigenschaften habe ich in einem Rasseportraits „Spitz“ gefunden. Dazu kann ich nur sagen: Ihr kennt meinen Micky-Maus nicht!
M.-M. kam als verletzter Streuner ins Tierheim und von dort zur mir in Pflege. Sein Besitzer konnte zwar ausfindig gemacht werden, wollte das kleine schwarze „Monster“ allerdings nicht mehr zurück haben, da er sich immer wieder alleine auf Achse gemacht, und bei seinem letzten Ausflug „in Sachen Liebe“ offenbar einen bösen Unfall gehabt hatte. Ein gebrochenes Bein hatte in der Tierklinik genagelt werden müssen und das Becken hatte offensichtlich auch etwas abbekommen.


Nachdem bei uns erst einmal ein paar Wochen Ruhe gewesen war, war er eines Tages wie vom Erdboden verschluckt. Die ersten Weiberl im Dorf waren läufig geworden! Etwa ein Jahr lang waren wir nun regelmäßig damit beschäftigt, unser Grundstück ausbruchsicher zu machen, M.-M. fand immer wieder ein Loch! „Und ewig lockt das Weib!“ Micky-Maus wurde kastriert!

Die Ruhe dauerte allerdings wieder nur ein paar Wochen, dann war der kleine schwarze Straßenfeger wieder auf Achse. Die Hundeweiberl interessierten ihn jetzt nur am Rande, jetzt waren es mehr die Nachbarn, die ihn mit Leberkäse, Würstel und ähnlichen Leckereien versorgten!

Nein, ein Spitz streunt nie, M.-M. hat ja auch nur seine Spetzln besucht!

Micky-Maus liebt übrigens nicht nur die ausgesuchten Nachbarn, sondern alle Zweibeiner. Kaum sitzt ein Besucher, hat er den Kleinen schon auf dem Schoß! Nur einmal hat er nach einer Besucherin geschnappt. Wochen später mussten wir erkennen, dass sie und ihr Mann uns geschäftlich über den Tisch hatten ziehen wollen. Und die Dame, bei der er ungeniert das Bein hob, entpuppte sich im Nachhinein auch als etwas zwielichtige Gestalt. – Braver Micky-Maus, guter Hund!

„Der Spitz ist leicht zu erziehen.“ Bei uns wird umgekehrt ein Schuh daraus! M.-M. hat sich seine Spetzln und Gastgeber dazu erzogen, ihn heimzufahren, wenn er genug hatte! Einige Nachbarn erzählten mir übereinstimmend, dass er sich dann einfach vor das Auto legte! Und die Gastgeber spielten auch brav Taxi!

Was, bitte, ist ein Kläffer? – Micky-Maus bellt so gut wie nie! Höchstens wenn er mich zum Spielen auffordert, mich aus lauter „Übermut“ verbellt! Ansonsten ist der Kleine sauber, und er springt auch nicht mehr mit Lehmpfoten auf meinen Schreibtisch, egal, was dort liegt. Er ist freundlich, schmusig, dickköpfig, manchmal schwerhörig – ein Hund, „klein aber oho!“

Ach, was ich vergessen habe: Micky-Maus ist seit etwa 11 Jahren kein Pflegehund bei mir mehr. Als er zur Vermittlung im regionalen Fernsehen vorgestellt wurde, habe ich dafür gesorgt, das seine „schlechten Seiten“ (kein Kinderhund, Nagel im Fuss, Streuner) nicht vergessen wurden .......

 

                                                                                    

Wenn Micky-Maus einmal nicht mehr da ist, werde ich meinen Bettwärmer sehr vermissen!

 

 

 

 

                                      

   Mischling Irma
                                       die "Internet-Liebe"

Wieder einmal hatte ich einen meiner Hunde zur Regenbogenbrücke begleiten müssen, und als ich so da saß, mit meiner nun für immer "schlafenden" Hexe auf dem Schoß, wurde mir plötzlich bewusst, dass ich nur noch Hunde-Senioren, deren Tage alle gezählt waren, um mich hatte.

Schon bald klapperte ich sämtliche Tierheime in der Umgebung nach "Was Jüngerem" ab. Sehr große Ansprüche stellte ich nicht: Der/die "Neue" sollte nicht allzu groß sein (Männe und ich wurden ja auch nicht jünger), er/sie sollte nicht unbedingt schwarz sein (ich hatte damals fast nur schwarze Hunde), er/sie sollte nicht schon krank sein (da hätten mir wohl meine Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht!), er/sie musste sozialverträglich sein, sich in unsere "Meute" einfügen! Und dann entdeckte ich SIE auf den Seiten einer Organisation, die Hunde aus dem Süden vermittelte: Irma, eine kleine rote Schäfermix-Hündin, zum Verwechseln ähnlich meiner Laika, einer Hündin, die ich vor Jahren vor dem Tierheim bewahrt hatte, und die auch schon in die "ewigen Hunde-Jagdgründe" gegangen war. Die Beschreibung klang auch gut: Etwa 8 Jahre alt, "sterilisiert", gut verträglich mit Rüden und Welpen, verträglich mit Weibchen, sehr freundlich zu Menschen, gesund. Angeblich war sie wegen ihres Alters in ein Tierheim auf Kreta abgeschoben worden.

Nach einer - für mich - ausgesprochen unbefriedigenden Vorkontrolle bekam ich die Zusage, dass Irma so bald wie möglich nach Deutschland geholt werden sollte. Drei Monate später war es so weit: Irma konnte in einem Lkw "zugeladen" werden, der Hunde aus einer Tierheim-Auflösung auf Kreta nach D bringen sollte.
Und dann stand sie vor mir: Trotz der 3-Tage-Reise in einem Kennel in dem Lkw (insgesamt mehr als 100 Hunde!), zeitweise auf der Fähre und dem Auto-Reisezug sehr ruhig und gelassen. Sie ging mit Männe problemlos eine kleine Runde spazieren, und sprang, nachdem sie kurz Bekanntschaft mit Ricco, unserem Dobermann, gemacht hatte, dann auch sofort auf die Ladefläche unseres Kombis.
 


Auch unsere zweite "Südländerin" ist eine phantastische Hündin: sie liebt alle Menschen (und ist bei allen beliebt), bei Hundebegegnungen souverän: Mit Rüden gibt es - natürlich - keine Probleme, Welpen liebt sie, und bei Geschlechtsgenossinnen möchte sie gerne die Chefin sein. Da es bei uns aber nur eine Chefin gibt - und das bin ich - ist sie friedlich, so lange sie nicht "angemacht" wird. Dann kann sie allerdings auch recht zickig reagieren - mit Recht, das gestehe ich ihr zu, wenn ich auch sehr darauf achte, dass es keine Beißerei gibt!

In den ersten Wochen hatte ich etwas Probleme mit ihrer --- Kinderliebe. Irma meinte, jeden Kinderwagen kontrollieren zu müssen, sich vor jedem Kleinkind schwanzwedelnd "aufbauen" zu müssen. Aber auch das konnte ich sehr schnell unterbinden. Manchmal kommt ihr Dickkopf zum Vorschein und sie meint "ich Ausländer, ich nix versteh'!" - Pech für das alte Mädel: ich kann mich auch Ausländerinnen verständlich machen!
 
                                                                                                                

                           


Meine Internet-Liebe ist für mich der perfekte Hund: sanft, folgsam - aber kein Kadavergehorsam -, ruhig, aber wachsam, d.h. sie schlägt einmal an und überlässt das Weiterkläffen ihrem Kumpan Ricco, sauber, freundlich zu allen Menschen - weiß aber letztendlich wo sie hingehört und zeigt das auch deutlich. Sie hat etwas Jagdtrieb, lässt sich aber problemlos abrufen (nachdem wir in den ersten Tagen mit der "Flexi" gemeinsam Nachbars Birnbäumchen umgesäbelt haben, da sie im rechten Winke von mir weglief, um eine Katze zu jagen, ich aber geradeaus weiterfuhr), so dass wir so gut wie immer ohne Leine unterwegs sein können. Dabei geht sie schon mal ihrer eigenen Wege, denn sie muss viel schnüffeln und markieren, auch mal ein Stück eine interessante Spur verfolgen, aber ich kann mich darauf verlassen, dass sie zügig wieder kommt.
 



Mein "kretisches Füchsle" hat das Vertrauen, das ich in es gesteckt habe, nicht enttäuscht! Ich habe auf dem Foto und der Beschreibung eine ansprechende Hündin gefunden - und eine phantastisches Kameradin bekommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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